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Erhöhte Verkaufsbereitschaft bei Senioren

viele Immobilien zu groß und nicht barrierefrei
Erhöhte Verkaufsbereitschaft bei Senioren – viele Immobilien zu groß und nicht barrierefrei


Das Eigenheim ist für viele Menschen eine wertvolle Absicherung im Rentenalter. Dennoch haben sich die Zeiten aufgrund flexibler Lebensumstände geändert. Immer mehr Senioren denken über den Verkauf ihrer Immobilie nach, weil sie beispielsweise zu groß ist oder die vielerorts herrschende Landflucht eine Verschlechterung der lokalen Infrastruktur verursacht hat. Trotz der teilweise überzeugenden Gründe sollten Immobilienbesitzer ihre Entscheidung gründlich abwägen.

Gründe für die erhöhte Verkaufsbereitschaft

Die Zahl der Senioren, die ihr Eigenheim verkaufen, ist in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen. Das bestätigt eine 2019 veröffentlichte Online-Umfrage der Internet-Makler-Plattform McMakler. Demnach nutzten vor zehn Jahren noch 61 Prozent ihre Immobilie selbst zum Wohnen. Nur 25 Prozent entschieden sich für einen Verkauf. Heute verkaufen 74 Prozent und der Anteil derjenigen, die in ihrem Eigenheim wohnen bleiben, ist auf 20 Prozent gesunken. Ein erheblicher Wandel, der die Veränderungen der Lebensumstände verdeutlicht. „Unsere Makler beobachten, dass das Thema Immobilienverkauf zunehmend in das Bewusstsein der älteren Generation rückt“, wird McMakler Gründer Hanno Heintzenberg vom Finanzportal Cash. zitiert. Obwohl der Abschied vom gewohnten Umfeld schwer fällt, sei der Wunsch nach einer altersgerechten Wohnumgebung gestiegen. Laut Umfrage ist die Gebäudegröße der häufigste Grund für den Verkauf. 96 Prozent der Senioren wird ihr Eigenheim zu groß. 90 Prozent leiden unter der mangelnden Barrierefreiheit. Weitere Gründe im Überblick:

  • Verlust des Partners (72 %)
  • Überforderung durch Instandhaltung (63 %)
  • Umzug in die Nähe der Kinder (45 %)
  • Problematische Infrastruktur (33 %)
  • Geldnot (23 %)
  • Vermeidung eines Erbschaftsstreits (20 %)
  • Teilnahme Immobilienboom (19 %)

Eine gänzlich objektive Wiedergabe der Marktlage ist die Umfrage der Online-Makler-Plattform zwar nicht, weil sie unter 255 unternehmenseigenen Maklern durchgeführt wurde. Dass sie den Trend hin zu einer erhöhten Verkaufsbereitschaft der älteren Generation wiederspiegelt, lässt sich aber nicht leugnen. Um den Umzug, beispielsweise in eine kleinere barrierefreie Wohnung später nicht zu bereuen, sind Senioren gut beraten alternative Optionen in Erwägung zu ziehen.


Vermieten statt verkaufen?

Während Verkäufer unter anderem von finanziellem Spielraum und vergleichsweise geringem bürokratischen Aufwand profitieren, spricht auch einiges für eine Vermietung. Beispielsweise lassen sich über Mieteinnahmen im Vergleich zu alternativen Geldanlagen höhere Renditen erzielen. Zudem müssen sich Senioren nicht vollständig von ihrem hart erarbeiteten Besitz trennen, sondern können es später Verwandten verkaufen, ohne in der Zwischenzeit auf monatliche Einnahmen verzichten zu müssen. Auch steuerliche Vorteile können eine Vermietung begründen. Gleichzeitig dürfen die Risiken nicht unterschätzt werden. Mietnomaden und Mietausfälle können erhebliche finanzielle Probleme verursachen, die im Alter zunehmend belasten. Die GEV Grundeigentümer-Versicherung hat in einem Ratgeber die Vor- und Nachteile von Immobilien-Verkauf und -Vermietung  thematisiert und macht auf potenzielle Gefahren beider Lösungen aufmerksam. Die Gegenüberstellung der Fakten kann die Entscheidung erleichtern.

Weitere Alternativen: Leibrente und Nießbrauchrecht

Im Rahmen einer Immobilienverrentung gibt es die Möglichkeit einer Leibrente. Gemeint ist damit der Verkauf der Immobilie, welcher mit einer monatlichen Zahlung vom Käufer als sogenannte Leibrente verbunden ist. Der Verkäufer hat lebenslanges Wohnrecht. Nachteilig an dieser Variante ist, dass der Verkäufer meist seinen Nutzungsanspruch verliert, sobald er ausgezogen ist.

Mehr Rechte genießen Verkäufer beim Nießbrauchrecht. Es ist im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert und gegenüber dem Wohnrecht das stärkere Recht sowie die Lösung mit erhöhter Sicherheit. Unter Juristen als Nießbrauch betitelt, ist hiermit Folgendes gemeint: Der Verkäufer verkauft das Gebäude, hat aber ein lebenslanges Recht auf unentgeltliche Nutzung und bleibt bis zu seinem Tod wirtschaftlicher Eigentümer seines Eigenheims. Sollten Senioren, aus welchen Gründen auch immer, einmal ausziehen wollen, können sie den Wohnraum weitervermieten. Ausgeschlossen nach dem Verkauf via Immobilienverrentung mit Nießbrauchrecht sind diese drei Szenarien:

  1. anderweitiger Verkauf der Immobilie
  2. Gebäude vererben
  3. Haus verschenken

Ein weiterer Vorteil des Nießbrauchrechts ist, dass sich ein Großteil des Vermögens, das bislang im Gebäude gebunden war, in Barvermögen umwandeln lässt. Die Einmalzahlung ist steuerfrei. Wird stattdessen die Auszahlung einer privaten Rente bevorzugt, kann das mit einer seriösen Versicherungsgesellschaft realisiert werden.



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