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Makler bald von Verkäufern bezahlt?

Es gibt neue Vorschläge der SPD
Makler bald von Verkäufern bezahlt?
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Um Käufer von Immobilien zu entlasten, will Justizministerin Barley (SPD) die Maklerkosten für Käufer senken. Der Vorschlag lautet, dass nicht mehr der Käufer, sondern der Verkäufer der Immobilie die Maklerkosten zu tragen hat (bzw. derjenige, der den Makler beauftragt, also in manchen Fällen dann doch der Käufer).

„Wir prüfen aktuell, ob sich das Bestellerprinzip auch auf Immobilienverkäufe übertragen lässt“, so Barley. Schon seit 2015 gilt diese Regelung beim Vermitteln von Mietwohnungen. „Die Einführung dieses Bestellerprinzips war ein wichtiger Schritt, um Mieter spürbar zu entlasten“, sagte Barley.

Auf die Frage "Was kostet ein Makler? gibt es folgende Antwort: Aktuell liegt die Maklerprovision in Deutschland zwischen 5,95 und 7,14 Prozent. Bei einem Kauf einer Immobilie im Wert von 600.000 Euro und einer Maklerprovision von 6,15 würden 36.900 Euro Maklerkosten anfallen. Dazu würden dann noch die Kosten für die Grunderwerbssteuer, die Notarkosten und den Grundbucheintrag anfallen, die die Kaufnebenkosten gerne mal auf das doppelte anheben können. Die geplante Änderung für die Bezahlung von Maklern ist für Immobilienkäufer also durchaus positiv.

Die Meinungen sind verschieden

Der Vorsitzende des Rings deutscher Makler (RDM), Stefan Pásztor, sagte: „Der Käufer wird nicht weniger bezahlen […]. Er wird es nur nicht merken, weil sich die Käuferprovision in den Hauspreis verlagern wird.“

Auch Jürgen Michael Schick, der Präsident des Immobilienverbandes IVD, ist dieser Meinung: „Das Bestellerprinzip würde Immobilienkäufer nicht entlasten, sondern im Gegenteil stärker belasten.“

Der baupolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der FDP, Daniel Föst, äußerte ebenfalls seine Gedanken zu dem Vorschlag von Barley: „Endlich nimmt sich die Bundesregierung der viel zu hohen Baunebenkosten an, aber die Vorschläge sind wenig ambitioniert. […] Wesentlich unbürokratischer wäre ein Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer.“ So müsste die Courtage nicht auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden und trotzdem würden die Kaufnebenkosten spürbar gesenkt werden. Die Finanzierung der Immobilie wäre also erleichtert.

Damit es zu einer Umsetzung der Maklerkostenreform kommt, müssen Verhandlungen geführt werden. Die große Koalition von CDU/CSU und SPD haben im ihrem Koalitionsvertrag nichts zu solch einer Reform vereinbart. Jan-Marco Luczak, CDU-Rechtsexperte forderte erst mal, Freibeträge bei der Grunderwerbssteuer zu prüfen.

Einen ganz anderen Vorschlag zur Besserung der aktuellen Situation macht der Eigentümerverband Haus & Grund, die zwar vor überzogenen Maßnahmen warnte, aber einräumte, das die Maklerkosten aktuell viel zu hoch sein. „Deshalb muss der Staat endlich mit kartellrechtlichen Mitteln gegen Preisabsprachen unter den Maklern vorgehen“, riet Verbandspräsident Kai Warnecke. Außerdem ist er ebenfalls der Meinung, dass die Politik auch „ […] vor der eigenen Tür kehren und auf die Grunderwerbssteuer verzichten“ sollte.


Kleine Maklerbüros haben es eventuell schwerer

Die kleineren Büros lebten von der hoch ausfallenden Courtage, da sie dadurch nur wenige Abschlüsse pro Jahr benötigten. Sollte jetzt doch der Verkäufer zahlen müssen, würde dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit über die Kosten verhandeln wollen, was für kleinere Vermittler das Aus bedeuten könnte. Als Verkäufer bietet sich dennoch nach wie vor die Möglichkeit, eine Wohnung oder ein Haus privat kostenfrei zu verkaufen

Ganz im Gegenteil dazu gibt es einige größere Maklerbüros, die sichsogar für das Bestellerprinzip aussprechen. Das Image der Branche soll durch mehr Transparenz und Klarheit im Preis-Leistungs-Verhältnis wieder aufpoliert werden.

Die Umsetzung

Wie der letztendliche Gesetzesentwurf aussehen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen. Auch kann man noch nicht sagen, ob tatsächlich das Bestellerprinzip umgesetzt wird oder erst mal nur die Grunderwerbssteuer angepasst wird. Das übergeordnete Ziel ist aber auf jeden Fall, dem Käufer einer Immobilie finanziell zu entlasten, und mit dem Vorschlag von Barley wurde zumindest schon mal der erste Stein ins Rollen gebracht.

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