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Sicherheitstechnik für die eigenen vier Wände

Sicherheitstechnik für die eigenen vier Wände


In Deutschland werden jedes Jahr über fünf Millionen Straftaten verübt. Die meisten davon sind Raub- und Diebstahlsdelikte, unter anderem auch Einbrüche in Wohnungen und Häuser von Privatpersonen. Jährlich werden hierzulande rund 75.000 Einbrüche zur Anzeige gebracht. Aufgeklärt wird dabei aber nicht einmal jeder sechste Diebstahl. In den meisten Fällen ist das wertvolle Hab und Gut also für immer verloren. Den ideellen Wert mancher Gegenstände kann auch die beste Versicherung nicht ersetzen. Um den Schutz vor Einbrechern zu erhöhen, lohnt es sich deshalb, ein wenig in die Sicherheitstechnik zu investieren. Doch welche Möglichkeiten stehen dafür zur Verfügung?

Maßnahme #1: Den Eingangsbereich absichern

Im Idealfall wird der Eingangsbereich beim Hausbau mit einer hochwertigen Sicherheitstüre und einem Sicherheitsschloss gesichert. Das Ziel dabei ist es, Einbrechern den Zugang zu den eigenen vier Wänden so lange wie möglich zu erschweren.

Gemessen wird die Sicherheit der Türe an der sogenannten Widerstandsklasse. Sie gibt an, wie lange ein Einbrecher mit seinem Werkzeug dafür benötigt, um eine Türe zu öffnen. Die Praxiserfahrung zeigt, dass Türen mit Widerstandsklasse 2 so gut wie kein Hindernis für erfahrene Einbrecher darstellen. Auch Türen mit der Widerstandsklasse 3 lassen sich heutzutage mit dem richtigen Equipment innerhalb weniger Minuten öffnen.

Guten Schutz bietet hingegen eine Tür mit der Widerstandsklasse 4, die sich auch mit einem Arsenal unterschiedlicher Werkzeuge in der Regel erst nach etwa 30 Minuten öffnen lässt. Die meisten Einbrecher lassen sich durch solch hochwertige Sicherheitstechnik abschrecken und suchen sich lieber eine Wohnung oder ein Haus, dass nicht so gut geschützt ist.


Maßnahme #2: Verschließbare Fenster

Oftmals verschaffen sich die Täter den Zugang zur Wohnung nicht über die Eingangstüre, sondern über wenig gesicherte Fenster. Wenn das Haus verlassen wird, sollten die Fenster nicht im gekippten Zustand belassen werden. Denn das stellt für Einbrecher schon fast eine Einladung dar.

Doch auch geschlossene Fenster sind in der Regel kein großes Hindernis. Einen wesentlich besseren Schutz als herkömmliche Fenster bieten Modelle mit abschließbaren Fenstergriffen. Denn im Normalfall verschaffen sich die Einbrecher über die Fenster Zugang zur Wohnung, indem sie diese aufhebeln. Durch einen abschließbaren Griff wird diese Möglichkeit jedoch verhindert.

Um die Sicherheit zu gewährleisten, sollten die gewählten Modelle der Norm DIN 18267 entsprechen und auch über eine entsprechende Zertifizierung verfügen. Dabei wird zwischen zwei unterschiedlichen Beanspruchungsklassen unterschieden:

  • FG-S-1: Bei diesen Modellen beträgt der Widerstand gegen das Abreißen der Griffe mindestens 100 Newtonmeter.
  • FG-S-2: Hier erhöht sich der Widerstand sogar auf 200 Newtonmeter

Maßnahme #3: Alarmanlage

Eine hochwertige Alarmanlage gilt immer noch als eine der größten Abschreckungen für Einbrecher. Deshalb sollte diese auch möglichst sichtbar montiert werden. Viele der Diebe, die auf der Suche nach geeigneten Objekten für ihren nächsten Einbruch sind, haben mittlerweile jedoch ein hohes Fachwissen. Von Attrappen oder Billigmodellen lassen sie sich deshalb heutzutage nicht mehr so einfach abschrecken.

Wer sich eine Alarmanlage kaufen möchte, steht vor der Wahl, ob er sich für ein kabelgebundenes Modell oder für eine funkgesteuerte Alarmanlage entscheiden soll.

Die kabelgebundene Variante zeichnet sich durch ihren hohen Schutz gegen Einbrecher aus. Meistens sind die Systeme jedoch so komplex, dass die Installation einem Experten überlassen werden sollte. Das ist jedoch in den meisten Fällen mit hohen Kosten verbunden. Dafür ist die Reichweite nicht durch die Funksignale begrenzt. Darüber hinaus sind die meisten dieser Alarmanlagen durch den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) zertifiziert.

Die Funkanlagen sind hingegen kabellos. Das hat den großen Vorteil, dass die Installation mit etwas Geschick einfach selbst vorgenommen werden kann. Die Qualität der am Markt befindlichen Modelle schwankt jedoch zum Teil erheblich, vor allem was die Reichweite der Alarmanlagen betrifft.

Deshalb lohnt es sich, hier ein paar Euros mehr in das Produkt eines Markenherstellers zu investieren und der Versuchung zu widerstehen, das erstbeste Schnäppchen-Angebot in einem unbekannten Online-Shop zu kaufen. Zu den renommierten Herstellern zählen unter anderem Jablotron, Lupus und Telenot.

Gute Funk-Sets kosten je nach Ausstattung in etwa 200 bis 300 Euro. Die Produkte der Markenhersteller lassen sich modulartig erweitern. Dann steigen die Kosten selbstverständlich auch entsprechend.

Maßnahme #4: Videoüberwachung (in Verbindung mit Smart-Technologie)

In der Vergangenheit griffen fast ausschließlich Unternehmen auf die Möglichkeit zurück, ihre Objekte mit Kameras zu überwachen. Doch in letzter Zeit gewinnt die Videoüberwachung auch bei privaten Einfamilienhäusern zunehmend an Bedeutung.

Besonders effizient wird diese Maßnahme vor allem dann, wenn sie mit den Möglichkeiten der Smart-Technologie verknüpft wird. Denn durch die reine Videoüberwachung lassen sich die Täter zwar im Nachhinein eventuell identifizieren, verhindert konnte der Einbruch dadurch aber auch nicht werden.

Mit der Installation einer entsprechenden Sicherheits-App auf dem Smartphone sieht die Sachlage aber schon ganz anders aus. Denn durch einen an der Kamera montierten Bewegungsmelder meldet sich die App, sobald sich jemand im Blickfeld der Kamera bewegt. Auf dem Smartphone können daraufhin die Live-Bilder betrachtet werden.

So kann umgehend die Polizei auf den Einbruch aufmerksam gemacht werden. Zusätzlich lassen sich die Täter eventuell dadurch abschrecken, dass über das Smartphone auch das Licht in den Wohnräumen gesteuert sowie ein Alarm ausgelöst werden kann.

Maßnahme #5: Auch Kleinigkeiten haben eine große Wirkung

Wer aktuell nicht das erforderliche Budget dafür hat, seine Wohnung sicherheitstechnisch komplett aufzurüsten, kann auch bereits mit kleinen Maßnahmen eine große Wirkung erzielen:

  • In einem Schlüsseltresor sind Schlüssel, die außerhalb der Wohnung aufbewahrt werden, wesentlich sicherer als unter der Türmatte oder dem Blumentopf. Um den Tresor zu öffnen, ist die Eingabe einer vier- oder fünfstelligen Zahlenkombination erforderlich.
  • Wenig gesicherte Türen können rasch und einfach mit einem Querriegelschloss gesichert werden. Diese Schlösser werden an der Innenseite der Türe angebracht und an beiden Seiten sicher an der Wand verankert.
  • Ein Fernsehsimulator täuscht durch das Licht einen laufenden Fernseher vor und erweckt so den Eindruck, dass das Haus bewohnt ist.
  • Vorsicht mit Informationen in den sozialen Medien: Nicht immer ist klar, wer aller mitliest, wenn die schönsten Bilder aus dem Traumurlaub gepostet werden. Immer öfter nutzen auch Einbrecher diese Möglichkeit, um vorübergehend leerstehende Objekte zu erspähen.


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