
Gute Verhandlung ist keine „Preisdrückerei“, sondern saubere Einordnung: Was ist an diesem Preis plausibel – und wo nicht? Seriöse Argumente basieren auf Vergleichbarkeit, Belegen und einer nachvollziehbaren Spannenlogik. Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du Marktdaten richtig nutzt, welche Faktoren echte Abschläge stützen und wie du deine Argumentation so aufbaust, dass sie für Verkäufer oder Makler belastbar ist.
Merksatz: „Daten + Begründung + fairer Vorschlag“ schlägt jedes Bauchgefühl.
Die beste Verhandlungslogik:
1) Vergleichsrahmen (Kaufspiegel/€/m² + ähnliche Objekte) → 2) Abweichungen belegen (Lage/Zustand/Extras) →
3) fairen Zielpreis als Spanne formulieren.
Wichtig: Angebotspreis ist nicht automatisch Marktpreis. Vertiefung: Angebot vs. Verkaufspreise
Verkäufer hören oft viele „Argumente“, die inhaltlich leer sind. Was dagegen wirkt, sind vergleichbare Referenzen und klar belegte Abweichungen. In der Praxis zählen besonders drei Gruppen: Lage, Zustand, und Gesamtkosten/Extras.
Hilfen: Objekttypen · Lagefaktoren · Zustand
Eine einzelne „richtige Zahl“ gibt es selten. Seriöser ist es, mit einer plausiblen Spanne zu arbeiten und zu begründen, warum das Objekt eher an der Unterkante oder Oberkante liegen sollte. Das wirkt professionell – und ist näher an der Realität.
Vertiefung: Kaufpreis-Spannen richtig lesen
Ein Spannen-Argument signalisiert: Du hast den Markt verstanden, aber du bist nicht willkürlich. Das erleichtert es dem Verkäufer, dir entgegenzukommen, ohne „Gesicht zu verlieren“.
Diese Argumenttypen sind in Verhandlungen am wirksamsten, weil sie objektbezogen und belegbar sind. Wichtig: immer sauber formulieren („Ich sehe hier eine Abweichung, weil …“).
Weiter: Zustand & Modernisierung
Weiter: Lagefaktoren
Weiter: Quadratmeterpreis
Weiter: Angebots- vs. Verkaufspreise
Diese Aussagen kommen häufig – sie sind aber aus Sicht von Verkäufern zu unspezifisch oder nicht objektbezogen. Das bedeutet nicht, dass dein Gefühl falsch ist – nur, dass es kein belastbares Preisargument ist.
Ohne Vergleichbarkeit (Lage, Zustand, Objekttyp, Extras) ist das wertlos. Besser: 2–3 echte Vergleichsobjekte + Spanne.
Markt ist segmentiert. In manchen Lagen/Objekten kann Nachfrage stabil sein. Besser: Segment-spezifische Hinweise + Vermarktungsdaten.
Optik ist optional und kein Marktargument. Nur belegbare Risiken/Notwendigkeiten zählen (Technik, Substanz, Pflichtmaßnahmen).
Ohne Herleitung wirkt das wie ein Testballon. Besser: begründete Spanne und fairer Vorschlag mit Belegen.
Eine gute Verhandlung ist strukturiert und ruhig. Ziel ist nicht „gewinnen“, sondern eine Einigung, die beide Seiten tragen können.
„Ich sehe den Preisrahmen für vergleichbare Objekte in einer Spanne. Bei diesem Objekt gibt es zwei Punkte, die eher Richtung Unterkante sprechen: erstens … (Beleg), zweitens … (Beleg). Wenn wir uns im unteren bis mittleren Bereich bewegen, kann ich den nächsten Schritt zügig gehen.“
FAQ
Es gibt keine feste Prozentregel. Seriös ist ein Angebot, das du über Vergleichbarkeit und Abweichungen begründen kannst. In engen Märkten kann Spielraum klein sein, in schwächeren Segmenten größer – entscheidend ist immer das konkrete Objekt.
In der Praxis tragen am stärksten: Zustand/absehbare Maßnahmen, Mikrolage-Störfaktoren und saubere Vergleichbarkeit über Spannen. Zu viele kleine Punkte verwässern das Gespräch.
Bleib sachlich und verweise auf deine Spannenlogik. Frage nach, welche Punkte den Preis stützen sollen (Nachweise, Zustand, Extras). Oft ist Verhandlung dann über Extras, Übergabetermin oder kleinere Konditionen möglich.
Sprich in Spannen und „Einordnungen“, nicht in absoluten Wahrheiten. Sage nicht „das ist falsch“, sondern: „Ich sehe im Vergleich eine Spanne – und diese Punkte erklären, warum ich eher dort liege.“
Inserate sind Wunschpreise. Je nach Marktphase kann der Abstand zu tatsächlichen Abschlüssen variieren. Deshalb solltest du mehrere Vergleichsangebote nutzen und Spannen ableiten.
Weiter: Angebot vs. Verkauf
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