
Der Quadratmeterpreis ist ein schneller Einstieg, um Kaufpreise zu vergleichen – aber nur, wenn du sauber rechnest und nur wirklich Vergleichbares gegenüberstellst. Hier bekommst du die korrekte Formel, typische Sonderfälle (Stellplatz, Einbauküche, Modernisierung, Grundstücksanteil) und eine klare Fehler-Checkliste.
Wenn du ein Inserat prüfen willst: Rechne zuerst den „nackten“ €/m² (ohne Extras) – danach korrigierst du über die Sonderfälle.
Grundformel: Quadratmeterpreis = Kaufpreis ÷ Wohnfläche.
Wichtig: Vergleiche €/m² nur innerhalb derselben Vergleichsgruppe (z. B. Wohnung↔Wohnung, Haus↔Haus)
und kläre, was im Kaufpreis enthalten ist (Stellplatz, Küche, Modernisierungspaket).
Die Rechnung ist simpel – die Stolpersteine liegen in den Details. So gehst du sauber vor:
Beispiele sind bewusst schematisch – sie zeigen das Prinzip. Entscheidend ist immer: Was ist im Kaufpreis drin und ist die Vergleichbarkeit gegeben?
Vergleich nur mit ähnlichen Wohnungen (Lage/Zustand/Ausstattung). Für Lagefaktoren: Lagefaktoren
Wenn du Stellplätze aus Vergleichsobjekten herausrechnest (oder separat bewertest), wird der Wohnungsteil wieder vergleichbarer. Entscheidend: gleiche Logik bei allen Objekten.
Bei Häusern wirkt der Grundstücksanteil stärker. Zwei Häuser mit gleichem Wohnflächen-€/m² können völlig unterschiedliche Grundstückswerte haben.
Klingt wie Beispiel 3 – ist aber nicht vergleichbar, wenn modernisierungsbedingte Folgekosten anstehen. Hier musst du Zustand/Energie einpreisen.
Vertiefung: Zustand & Modernisierung
Wohnung und Haus folgen anderer Preislogik. Neubau und Bestand ebenso. Deshalb: erst Vergleichsgruppe sauber festlegen.
Weiter: Objekttypen vergleichen
Stellplatz, Garage, Einbauküche, Möblierung oder Sonderausstattung können den €/m² stark verschieben. Lösung: Extras trennen oder nur Objekte mit gleichen Extras vergleichen.
Wenn Flächenangaben unsauber sind, ist auch der €/m² unsauber. Achte auf plausiblen Zuschnitt und klare Flächenangaben – besonders bei Dachschrägen.
Ein niedriger €/m² kann Sanierungsbedarf verstecken. Ein höherer €/m² kann modernisierten Zustand abbilden. Ohne Einpreisung von Modernisierungskosten ist der Vergleich unvollständig.
Weiter: Zustand & Modernisierung
Inserate sind Wunschpreise. Je nach Marktphase kann der Abstand zu tatsächlichen Abschlüssen groß sein. Deshalb: Kaufspiegel als Rahmen + Spannenlogik nutzen.
Weiter: Angebot vs. Verkaufspreise · Spannen lesen
„Gleiche Stadt“ reicht nicht. Lärm, ÖPNV, Infrastruktur, Blick/Etage, Parkdruck – all das kann €/m² rechtfertigen oder drücken.
Weiter: Lagefaktoren
€/m² ist ein gutes Werkzeug, wenn Vergleichbarkeit hoch ist. Sobald viele Unklarheiten drin sind, ist eine Spanne plus Begründung besser.
FAQ
Für einen fairen Vergleich zählt die ausgewiesene Wohnfläche. Wichtig ist, dass sie plausibel und vergleichbar ist. Bei stark abweichenden Flächenlogiken (z. B. Dachschrägen) wird eine Spanne statt einer exakten Zahl sinnvoll.
Trenne Extras entweder rechnerisch (wenn sie klar bepreist sind) oder vergleiche nur mit Objekten, die ähnliche Extras enthalten. Sonst ist der €/m² nicht „falsch“, aber nicht mehr vergleichbar.
Weil Zustand, Energie und Modernisierungsbedarf den späteren Aufwand bestimmen. Ein scheinbar günstiger Kauf kann durch Sanierung teurer werden als ein höherer €/m² bei modernisiertem Objekt.
Weiter: Zustand & Modernisierung
Idealerweise mehrere, die wirklich ähnlich sind. Je weniger Vergleichbarkeit, desto eher solltest du mit Spannen arbeiten und die Abweichungen begründen (Lage, Zustand, Ausstattung).
Für Entscheidungen zählen Gesamtkosten: Kaufpreis plus Nebenkosten und – je nach Typ – Hausgeld/Rücklagen oder Instandhaltung/Sanierung. €/m² ist ein Startpunkt, kein Abschluss.
Weiter: Kaufnebenkosten
Redaktion
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