
„Vergleichspreis“ klingt einfach – ist es aber nur, wenn du wirklich Vergleichbares findest. Viele Fehler entstehen, weil Angebotspreise mit Verkaufspreisen verwechselt werden oder weil Lage, Baurecht, Erschließung und Zuschnitt nicht sauber berücksichtigt werden. Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du Vergleichspreise sinnvoll auswählst, wie du aus wenigen Daten eine belastbare Spanne ableitest und wann du besser nicht „zu genau“ sein solltest.
Wenn du schnell starten willst: Nutze die 8-Schritte-Methode weiter unten – damit bekommst du aus 3–6 Referenzen eine saubere Preis-Spanne.

Kurzantwort: Gute Vergleichspreise sind nah (Mikrolage), zeitnah (Marktphase), objektähnlich (Bebaubarkeit, Erschließung, Zuschnitt) und transaktionsnah (echte Verkäufe, nicht nur Wunschpreise). Wenn wichtige Eigenschaften abweichen, arbeitest du mit Zu-/Abschlägen oder einer Spanne – nicht mit einem Fixwert.
Viele „Vergleichspreise“ stammen aus Anzeigen. Das ist nicht nutzlos – aber es ist eine andere Kategorie als ein tatsächlicher Verkauf. Angebotspreise zeigen, was versucht wird. Verkaufspreise zeigen, was durchgesetzt wurde. Gerade in wechselnden Marktphasen können diese beiden Welten deutlich auseinanderliegen.
Grundstücke unterscheiden sich stärker als Wohnungen: Baurecht, Erschließung, Zuschnitt und Rechte können den Wert massiv verschieben. Deshalb ist die Vergleichbarkeit eine Checkliste – keine Bauchentscheidung.
Vertiefung: Baurecht · Erschließung · Besonderheiten
Vertiefung: Altlasten/Belastungen
Ziel ist nicht „der perfekte Euro“, sondern eine belastbare Spanne, die du erklären kannst. Je unsicherer Daten oder Eigenschaften, desto breiter die Spanne.
Passend dazu: Schema für Zu-/Abschläge
Hier geht es nicht um „Rechenmagie“, sondern um saubere Argumentation: Was ist objektiv anders – und wie wirkt es auf Nutzbarkeit, Kosten und Nachfrage?
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Vergleichspreise funktionieren gut bei „normalen“ Grundstücken mit ähnlicher Nutzung. Sie werden schwach, wenn das Grundstück sehr speziell ist oder wenn die Datenlage zu dünn ist. Dann ist eine Spanne sinnvoll – oder du brauchst mehr Klärung der harten Faktoren.
Wenn du bereits Vergleichspreise gesammelt hast, sind diese Artikel meist die passenden Ergänzungen.
FAQ
Für eine erste Spanne reichen oft 3–6 gute Referenzen. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern die Vergleichbarkeit: Mikrolage, Bebaubarkeit und Erschließung sollten möglichst ähnlich sein.
Du kannst – aber vorsichtig. Inseratspreise sind oft Wunschpreise. Sie sind als Orientierung hilfreich, sollten aber als Spanne interpretiert werden. Je unsicherer die Durchsetzbarkeit, desto konservativer die Unterkante.
Weil sie Nutzbarkeit und Zielgruppe bestimmen. Ein ähnlicher Quadratmeterpreis ist wertlos, wenn Nutzung, Dichte oder Baufenster abweichen. Dann vergleichst du nicht mehr „gleiches mit gleichem“.
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Erst Ursachen prüfen (Erschließung, Rechte, Zuschnitt, Marktphase), dann Spanne setzen. Wenn du zu viele Faktoren korrigieren musst, ist der Vergleich oft nicht belastbar – dann lieber klären statt „rechnen“.
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Immer dann, wenn zentrale Punkte unklar sind: Baurecht, Erschließung, Leitungen, Rechte oder Altlasten. Spannen sind kein Zeichen von Schwäche – sondern ein realistisches Abbild von Unsicherheit.
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